Was gehört ins Leerrohr, wo müssen Abzweigdosen hin, und wie viel Reserve brauchen Sie? Dieser Ratgeber erklärt, was im Rohbau für ein flexibles KNX-System entscheidend ist.
„Leerrohre kosten nichts, fehlende Leerrohre kosten alles." Dieser Satz klingt drastisch, beschreibt aber die Realität in der Gebäudetechnik treffend. Wer nach dem Estrich oder nach dem Verputzen nachrüsten will, stemmt Wände auf – oder akzeptiert oberflächliche Installationen.
Welche Leitungen brauche ich?
Für ein KNX-System benötigen Sie grundsätzlich folgende Leitungsarten:
- KNX-Busleitung: J-Y(St)Y 2x2x0,8 – die „Nervenbahn" des Systems
- 230V-Lastleitungen: Zu jedem Verbraucher, der schaltbar oder dimmbar sein soll
- Netzwerkleitungen: CAT 7 zu jedem festen Arbeitsplatz, TV-Standort und WLAN-Accesspoint
- Antennenkabel: Koaxialkabel zu TV-Standorten
Mindestanforderungen pro Raum
Als Faustregel für jeden Wohnraum:
- 1–2 KNX-Tasterauslässe (je nach Raumgröße)
- 1 Präsenzmelder-Auslass (Decke, Raummitte)
- 1 KNX-Raumthermostat-Auslass
- 2 LAN-Dosen (besser mehr als zu wenig)
- Jalousie-Auslass (pro Fenster oder pro Raum)
Bereiche, die häufig vergessen werden
- Außenbereich: Terrasse, Carport, Einfahrt, Briefkasten
- Technikraum: Heizung, PV-Wechselrichter, Lüftungsanlage
- Gäste-WC: Oft vergessen, Präsenzmelder sinnvoll
- Keller: Auch hier KNX-Busleitung durchführen
- Dachboden: Falls eine Wetterstation geplant ist
Reserve großzügig einplanen
Plane Sie 20–30 % mehr Leerrohre als Sie aktuell brauchen. Technologie ändert sich, Anforderungen wachsen, und ein leeres Rohr ist nichts wert – solange der Estrich nicht drüber liegt.
Eine detaillierte Leerrohr-Planung ist Teil unseres Planungsservice. Sprechen Sie uns an – am besten bevor der Rohbau beginnt.
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