Was steckt hinter der ETS-Software und wie werden KNX-Geräte programmiert? Ein verständlicher Einblick ohne Programmierkenntnisse vorausgesetzt.
KNX-Geräte kommunizieren über Telegramme auf der Busleitung. Damit Schalter, Dimmer und Aktoren verstehen, was sie tun sollen, müssen sie programmiert werden – mit der ETS-Software (Engineering Tool Software). Was dahinter steckt, erklären wir verständlich.
Was ist die ETS?
Die ETS ist die offizielle Programmiersoftware für KNX-Systeme, herausgegeben von der KNX Association. Mit ihr werden alle Geräte eines KNX-Systems konfiguriert und miteinander verknüpft. Jeder KNX-Installateur benötigt eine Lizenz – und entsprechendes Fachwissen.
Gruppadressen: Das Herz des Systems
Das Grundprinzip von KNX sind sogenannte Gruppadressen. Eine Gruppoadresse ist wie eine gemeinsame „Telefonleitung": Alle Geräte, die diese Adresse kennen, reagieren auf Telegramme, die dorthin gesendet werden.
Beispiel: Der Taster im Wohnzimmer und die Deckenleuchte haben beide die Gruppoadresse „1/1/1". Drückt man den Taster, sendet er ein EIN-Telegramm auf diese Adresse – und die Leuchte schaltet sich ein.
Kanäle und Kommunikationsobjekte
Jedes KNX-Gerät hat Kanäle (z.B. 4-fach-Taster = 4 Kanäle) und Kommunikationsobjekte. Ein Schaltobjekt kann Gruppadressen für „schalten", „dimmen" und „Wert zurückmelden" haben. Die ETS verknüpft diese Objekte mit den gewünschten Gruppadressen.
Parameter: So verhält sich das Gerät
Zusätzlich zu den Gruppadressen können für jedes Gerät Parameter gesetzt werden: Dimmgeschwindigkeit, Tastenfunktion (Kurzdruck/Langdruck), Schaltverhalten, Wertbereiche, Zeitverzögerungen und vieles mehr.
Szenen und Logiken
Moderne KNX-Systeme unterstützen Szenen (z.B. „Kino": Licht dimmen, Jalousien schließen, Beamer einschalten) und logische Verknüpfungen (z.B. Licht nur einschalten, wenn es dunkel ist UND jemand anwesend ist). Diese werden entweder in Logikmodulen oder in einem Logikcontroller programmiert.
Warum brauchen Sie einen Fachmann?
ETS-Programmierung ist kein Hexenwerk – aber sie braucht Erfahrung. Falsch programmierte Gruppadressen führen zu Fehlfunktionen, die schwer zu debuggen sind. Und: Ein gut strukturiertes ETS-Projekt ist auch in zehn Jahren noch verständlich und erweiterbar.
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